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Altersarmut bei Frauen: Gründe, Statistik, Tipps

In Deutschland bittere Realität und ein unterschätztes Risiko: Zahlreiche Frauen geraten im Alter in finanzielle Engpässe – nicht etwa durch individuelles Versagen, sondern durch jahrzehntelange strukturelle Benachteiligung. Altersarmut bei Frauen und die Gründe dafür hängen eng mit ungleicher Bezahlung, Care-Arbeit und unterbrochenen Erwerbsbiografien zusammen. Umso wichtiger ist es, die eigenen Möglichkeiten zu kennen und frühzeitig für das Alter vorzusorgen.

Altersarmut bei Frauen: Hände einer Frau zu sehen, die ihr Geld zählt

Altersarmut von Frauen – das sagt die aktuelle Statistik

Als armutsgefährdet gilt in Deutschland, wer weniger als 60 % des mittleren medianen Einkommens zur Verfügung hat – also des Werts, der exakt in der Mitte aller Einkommen liegt. Die Armutsgrenze wird jährlich vom Statistischen Bundesamt berechnet und lag 2024 bei:

  • 1.381 € netto pro Monat für einen Einpersonenhaushalt
  • 2.900 € netto pro Monat für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren

Hinsichtlich Altersarmut bei Frauen zeigt die Studie: Im Jahr 2024 galten 21,6 % der Frauen ab 65 Jahren als armutsgefährdet, während es bei den Männern 17,1 % waren. Von Altersarmut sind also deutlich mehr Frauen betroffen als gleichaltrige Männer. Dies spiegelt sich auch im sogenannten Gender Pension Gap wider:

So lag die durchschnittliche Rente von Frauen 2024 rund 26 % unter jener der Männer. Insbesondere strukturelle Faktoren wurden für die Altersarmut bei Frauen als Gründe identifiziert.

Wie kommt es zu Altersarmut bei Frauen? Das sind die Gründe

Die Gründe für Altersarmut bei Frauen reichen von struktureller Entgeltungleichheit über familiäre Verpflichtungen bis hin zu rechtlichen Rahmenbedingungen, die Frauen systematisch benachteiligen.

Gender Pay Gap (GPG) und Berufswahl

Der Gender Pay Gap ist die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern und gehört zu den zentralen Gründen für Altersarmut bei Frauen. 2024 verdienten Frauen in Deutschland durchschnittlich 16 % weniger pro Stunde. Selbst bei vergleichbarer Tätigkeit lag der GPG noch bei 6 %. Ein Hauptteil dieser Ungleichheit entsteht dadurch, dass viele Frauen in schlechter bezahlten, aber gesellschaftlich unverzichtbaren Berufen oder in Teilzeit bzw. Minijobs tätig sind. Über ein ganzes Arbeitsleben führt das zu deutlich geringeren Rentenansprüchen.

Teilzeit, Care-Arbeit und Mental Load

Ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit den Gründen für Altersarmut bei Frauen sind die unterbrochenen Erwerbsbiografien aufgrund von Sorgearbeit. Während viele Männer durchgehend erwerbstätig sind, übernehmen Frauen nach wie vor den Großteil der Sorgearbeit. Laut Statistischem Bundesamt leisten Frauen 43,4 % mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer – von Kinderbetreuung über Pflege bis zum unsichtbaren Mental Load der Familienorganisation.

Die Folgen zeigen sich im Erwerbsleben: 2024 arbeiteten 49 % der Frauen in Teilzeit, bei Männern waren es nur 12 %.

Altersarmut bei Frauen durch Scheidung und Risikofaktor Partnerschaft

Partnerschaften prägen die finanzielle Absicherung von Frauen. Häufig reduzieren Mütter ihre Erwerbstätigkeit zugunsten der Familie – und geraten dadurch in eine wirtschaftliche Abhängigkeit vom Partner, die sich direkt auf die spätere Rente und somit auch auf das Thema Frauen und Altersarmut auswirkt.

Kommt es zur Trennung, stehen Frauen oft mit Lücken im Lebenslauf und geringen eigenen Rentenansprüchen da. Zwar gibt es bei einer Scheidung den Versorgungsausgleich, doch er reicht häufig nicht aus, um eine eigenständige Altersvorsorge aufzubauen.

Noch schwieriger ist die Lage für unverheiratete Mütter oder Frauen in nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften. Sie haben im Trennungsfall keinen Anspruch auf Versorgungsausgleich und müssen ihre Rentenlücke allein schließen.

Altersarmut bei Frauen: Was tun?

Für Altersarmut bei Frauen gibt es zahlreiche Gründe – und glücklicherweise auch Lösungen, die das Risiko für finanzielle Engpässe im Alter senken. Mit der richtigen Strategie und frühzeitiger Planung können Sie Altersarmut bei Frauen vorbeugen und Ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nehmen.

Eigeninitiative und Finanzwissen stärken

Der wichtigste Schritt, um Altersarmut vorzubeugen, ist die eigene finanzielle Handlungsfähigkeit. Investieren Sie frühzeitig in Ihre private Vorsorge und schaffen Sie damit ein stabiles Fundament für später – sei es über einen ETF-Sparplan, eine private Rentenversicherung oder andere Anlageformen wie beispielsweise eine fondsgebundene Rentenversicherung.

Auch die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist ein wertvolles Instrument, das viele Frauen noch zu selten nutzen. Geben Sie der eigenen Absicherung bewusst mindestens so viel Priorität wie der finanziellen Vorsorge für die Familie!

Schon kleine Anpassungen in der Erwerbsbiografie, etwa ein früherer Wiedereinstieg, eine moderate Erhöhung der Arbeitszeit oder der Wechsel in besser vergütete Tätigkeiten, können langfristig große Wirkung entfalten. Und genau hier lassen sich viele der typischen Gründe für Altersarmut bei Frauen aktiv beeinflussen.

Partnerschaftliche Lösungen und rechtliche Absicherung

Viele der für Altersarmut bei Frauen verantwortlichen Gründe entstehen in der Partnerschaft, insbesondere durch ungleiche Sorgearbeit und finanzielle Abhängigkeiten. Eine faire Aufteilung von Erwerbs- und Care-Arbeit schützt beide Partner vor Rentenlücken. Sollte dennoch jemand zugunsten der Familie weniger arbeiten, müssen Ausgleichszahlungen oder gemeinsame Vorsorge vereinbart werden. Die rechtliche Absicherung spielt ebenfalls eine Rolle: Ehevertrag, Versorgungsausgleich und korrekt gemeldete Erziehungs- und Pflegezeiten helfen, Lücken zu schließen und die eigene Altersvorsorge zu stärken.

Wenn die Rente nicht reicht: Sozialleistungen ohne Scham nutzen

Selbst mit guter Vorsorge kann es passieren, dass die Rente im Alter nicht ausreicht. In diesem Fall gibt es staatliche Leistungen – und es ist wichtig, sie ohne Scham zu nutzen. Die Grundsicherung im Alter ist ein gesetzlich verankerter Anspruch für Menschen mit geringem Einkommen. 2024 lag der Regelsatz für Alleinstehende bei 563 Euro, für Paare bei 506 Euro pro Person, ergänzt durch die Übernahme der Wohnkosten. Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt, den Anspruch prüfen zu lassen, wenn das monatliche Einkommen unter 1.015 Euro liegt.

Fazit: Altersarmut bei Frauen hat viele Gründe – doch Vorsorge ist möglich

Altersarmut bei Frauen entsteht durch Faktoren wie geringere Löhne, Teilzeit, Sorgearbeit, finanzielle Abhängigkeiten oder unterbrochene Erwerbsbiografien. Diese Risiken lassen sich jedoch beeinflussen, indem Sie frühzeitig vorsorgen, Ihre finanzielle Eigenständigkeit stärken, partnerschaftliche Lösungen finden und Ihre rechtlichen Ansprüche kennen. Mit Wissen, Planung und Unterstützung können Sie dadurch auch im Alter ein selbstbestimmtes und finanziell stabiles Leben genießen.