Kinder absichern – der Elternratgeber
Als Eltern möchten Sie Ihre Kinder bestmöglich absichern und schützen. Nicht nur im Alltag, sondern auch für die Zukunft. Um dies zu erreichen, sollten Sie sich frühzeitig Gedanken um die passende Kinderabsicherung machen: Welche Versicherungen sind wirklich wichtig? Worauf müssen Sie beim Abschluss achten – und wie ist Ihr Nachwuchs auch in schwierigen Situationen gut versorgt? In unserem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei der Absicherung Ihrer Kinder ankommt.
Das Wichtigste in Kürze zur Absicherung für Kinder
- Privathaftpflicht, Risikolebensversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung der Eltern haben oberste Priorität.
- Viele Versicherungen wie Kranken-, Haftpflicht- und Hausratversicherung decken Kinder automatisch mit ab. Dennoch sollten Sie die Verträge regelmäßig überprüfen.
- Ein früher Abschluss von Versicherungen gewährleistet niedrige Beiträge und minimiert das Risiko von Ausschlüssen durch Vorerkrankungen.
- Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur in Schule und Kindergarten – eine private Unfallversicherung schützt auch in der Freizeit.
- Eine Risikolebensversicherung sorgt für die finanzielle Absicherung der Kinder im Todesfall der Eltern.
Kinder absichern: Die wichtigsten Versicherungen
Wenn es um die Absicherung für Kinder geht, unterscheidet man in der Regel zwischen Versicherungen für das Kind selbst und Versicherungen der Eltern, die das Kind mit absichern. Welche Basis-Versicherungen Ihr Kind haben sollte, zeigt Ihnen unsere Übersichtstabelle.
Kinder absichern – Basis-Versicherungen
| Versicherung | Beschreibung |
|---|---|
| Krankenversicherung | Kinder müssen krankenversichert sein – entweder über die gesetzliche Familienversicherung (kostenfrei, wenn ein Elternteil gesetzlich versichert ist) oder über eine private Krankenversicherung, falls beide Eltern privat versichert sind. |
| Haftpflichtversicherung | Kinder sind meist automatisch im Haftpflichtvertrag der Eltern mitversichert. Dennoch lohnt sich ein Blick in den Vertrag, um sicherzustellen, dass auch Schäden durch jüngere Kinder abgedeckt sind. |
| Hausratversicherung | Solange Kinder im selben Haushalt leben, sind sie in der Regel mitversichert. Das gilt für Schäden am eigenen Besitz durch Feuer, Wasser oder Einbruch. |
Elterntipp: Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Kinder tatsächlich in den bestehenden Verträgen mitversichert sind und ob die Versicherungssummen noch ausreichen.
Privathaftpflichtversicherung zur Absicherung Ihrer Kinder
Die Privathaftpflichtversicherung ist eine der zentralen Versicherungen für jede Familie. Sie schützt vor den finanziellen Folgen, wenn Sie oder Ihre Kinder versehentlich fremdes Eigentum beschädigen oder jemanden verletzen.
Kinder unter sieben Jahren sind zwar nicht deliktfähig und haften nicht für Schäden – dennoch können Sie als Eltern unter Umständen wegen Verletzung der Aufsichtspflicht haftbar gemacht werden. Ab sieben Jahren (im Straßenverkehr ab zehn Jahren) kann Ihr Nachwuchs für Schäden haftbar gemacht werden, weshalb Sie sich unbedingt um das Absichern Ihrer Kinder kümmern sollten.
Eine gute Privathaftpflichtversicherung deckt solche Risiken ab und reguliert berechtigte Ansprüche. Achten Sie auf eine ausreichende Deckungssumme von mindestens 10 Millionen Euro.
Unfallversicherung für Kinder
Unfälle passieren schnell. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit müssen jährlich mindestens 1,88 Millionen Kinder unter 15 Jahren nach Unfallverletzungen ärztlich versorgt werden.
Um Ihr Kind abzusichern, können Sie eine private Unfallversicherung abschließen. Sie bietet Schutz, wenn Ihr Kind durch einen Unfall dauerhaft beeinträchtigt wird. Anders als die gesetzliche Unfallversicherung, die nur in Kindergarten, Schule und auf dem direkten Weg dorthin gilt, greift die private Unfallversicherung weltweit und rund um die Uhr.
Im Falle einer unfallbedingten Invalidität zahlt der Versicherer eine vereinbarte Versicherungssumme oder eine Monatsrente zur Kinderabsicherung.
Achten Sie daher beim Abschluss darauf, dass die Versicherungssumme hoch genug ist, um notwendige Umbauten, Therapien oder Hilfsmittel für Ihr Kind zu finanzieren.
Berufsunfähigkeitsversicherung – sinnvoll für Eltern und Kind
Sie versorgen mit Ihrem Einkommen die Familie? Dann zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung zu den zentralen Maßnahmen, um sich und Ihre Kinder finanziell abzusichern. Werden Sie als Elternteil berufsunfähig, sichert die BU das Einkommen durch eine monatliche Rente ab.
Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder ist empfehlenswert: Je früher Sie Ihre Kinder absichern, desto niedriger die Beiträge und desto geringer das Risiko, dass Vorerkrankungen zu Ausschlüssen oder Zuschlägen führen. Der Vertrag sichert in der Regel die Schul- und Ausbildungsfähigkeit des Kindes ab und wechselt später in eine reguläre Berufsunfähigkeitsversicherung.
Grundfähigkeitsversicherung – die Alternative
Als Alternative oder Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung dient die sogenannte Grundfähigkeitsversicherung. Sie kann Ihre Kinder absichern, indem sie beim dauerhaften Verlust von Grundfähigkeiten wie Sehen, Hören, Sprechen oder Gehen eine vereinbarte Rente zahlt.
Risikolebensversicherung: Kind absichern bei Tod der Eltern
Die Risikolebensversicherung ist das „Modell der Wahl“, wenn Sie Ihre Kinder im Todesfall absichern möchten. Sie zahlt die vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen aus, wenn Sie als versicherte Person während der Vertragslaufzeit versterben.
Wählen Sie die Versicherungssumme so, dass laufende Kosten wie Miete, Lebenshaltung und Ausbildung der Kinder für mehrere Jahre gedeckt sind. Als Faustregel gilt: Das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens kann Ihre Kinder auf lange Zeit absichern.
Finanzielle Absicherung fürs Kind
Neben dem Schutz vor Risiken spielt auch der Vermögensaufbau eine zentrale Rolle bei der Kinderabsicherung. Dabei gibt es unterschiedliche Optionen, Ihre Kinder finanziell abzusichern und gleichzeitig Geld für die Zukunft anzusparen.
- Sparpläne und ETF-Sparpläne: Regelmäßige Einzahlungen in Fonds oder ETFs können über die Jahre einen soliden Grundstein für Ausbildung oder den Start ins Berufsleben legen und Ihr Kind finanziell absichern.
- Ausbildungsversicherung: Diese Kombination aus Sparplan und Versicherung zahlt zum vereinbarten Zeitpunkt eine feste Summe aus, zum Beispiel zum Schulabschluss oder Studienbeginn.
- Fondsgebundene Rentenversicherung: Diese vorausschauende Form der Kinderabsicherung ermöglicht es, bereits in jungen Jahren Kapital für die spätere Lebensphase aufzubauen.
Beginnen Sie ab Geburt mit kleinen Beiträgen, damit Ihr Kind von Jahrzehnten des Vermögensaufbaus und Zinseszinseffekts profitiert. Schon monatliche Beträge ab 25 Euro können über 40 oder 50 Jahre zu einem beachtlichen Kapital anwachsen. Tipp zur Frühstart-Rente: Ab 2026 unterstützt der Staat mit der sogenannten Frühstart-Rente zudem Kinder zwischen dem 6. und 18. Lebensjahr mit 10 Euro im Monat.
Fazit zur Kinderabsicherung
Ihre Kinder ausreichend abzusichern gibt Ihnen als Eltern das gute Gefühl, für den Ernstfall vorgesorgt zu haben – und die Gewissheit, dass Ihr Kind auch in schwierigen Situationen gut begleitet ist.
Priorisieren Sie zunächst die Absicherung existenzieller Risiken mittels Privathaftpflichtversicherung oder Risikolebensversicherung. Ergänzend können eine Berufsunfähigkeits- oder Grundfähigkeitsversicherung langfristige Einschränkungen finanziell abfedern.
Zudem lohnt es sich, frühzeitig mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Damit Ihr Kind später die Freiheit und Chance hat, seinen eigenen Weg ohne Sorgen zu gehen.